Namensdeutung

Namensdeutung

Den gängigen Namensforschern zufolge, gehört der Familienname Stippler in die Gattung der Namen, welche ein Gewerbe, Stand und Würde der ursprünglichen Namensträger bezeichnen. Er ist in die sehr große Gruppe der Familiennamen, die aus Berufsbezeichnungen entstanden sind, eingereiht. In ihnen spiegelt sich die große Vielfalt an Berufen, Handwerken, des Handels, der Verwaltung, der Rechtspflege sowie des geselligen Lebens in jenem Zeitraum wieder, als sich die Familiennamen herausbildeten und schließlich erblich wurden.

Namensdeutung

Beachtenswert sind auch die mundartlichen und landschaftlichen Verschiedenheiten. Manches Handwerk hat infolgedessen die verschiedensten Bezeichnungen. So stehen die holzverarbeitenden Namen Stippler, Küfer, Böttcher, Büttner und Schäffler im wesentlichen alle für den Hersteller von Fässern und Tonnen. Die ursprüngliche niederdeutsche Berufsbezeichnung "Bödecker" breitet sich später nach Südosten aus. Dass "Böttcher" die allgemeine Bezeichnung für das beschriebene Handwerk in der heutigen Schriftsprache geworden ist, ist u.a. auf Luthers Einfluss zurückzuführen. Fässer und Tonnen wurden aus einzelnen Holzdauben zusammengesetzt und mit Eisenreifen zusammengehalten. Das Gewerbe war nicht nur zahlreich in den großen mittelalterlichen Städten, sondern auch auf dem Land vertreten. Neben den Großböttchern gab es auch den Berufszweig der Kleinböttcher, die kleinere Daubengefäße für den Haushalt herstellten. So fertigt ein Stippler "Stippel" (Stiehleimer) und "Stipp-Eimer" (Schöpfgefäße).

Das Böttchergewerbe mit den regional unterschiedlichen Handwerksbezeichnungen hat einen großen Anteil an der Bildung von Familiennamen gehabt. Von den in Hans Sachs' Ständebuch erwähnten Böttcherprodukten ist unter anderem "Stübig" als Familiennamen nachweisbar. Besonders aufschlussreich ist es, die Verbreitung einzelner Wörter in heutigen Dialekten und Familiennamen zu vergleichen. Geht man davon aus, dass im späten Mittelalter der Familiename die Zuordnung zu einem bestimmten Dialekt ermöglichte, und damit die geographische Herkunft bestimmt werden konnte, können sprachliche Verschiebungen durch Vergleiche in den letzten Jahrhunderten abgelesen werden. So tritt der Hersteller von Fässer und Tonnen in vielen Formen auf: Bädeker, Bödecker, Büttner, Fassbender, Küfner, Schäffler, Binder und eben auch Stippler.