Familienwappen
Familienwappen sind ursprünglich aufgrund eigenen Rechts angenommen, erst später vom Kaiser und den Hofpfalzgrafen, seit 1806 auch von den Landesfürsten verliehen worden. Neben der Verleihung ist aber auch die Selbstannahme eines Wappens bis in die neueste Zeit beibehalten worden.
1987 wurde ein Wappen für die Familie Stippler gestaltet. Die Väterliche Stammreihe ist weit zurück zu verfolgen und gibt Auskunft über Beruf und jeweilige Heimat.
Interessant ist, daß der Beruf des Webers durch viele (sieben) Generationen hindurch ausgeübt wurde, und daß drei Generationen in Ebermergen, und wiederum vier Generationen in Hohenaltheim gewohnt haben. Dies regte an, neben der Versinnbildlichung des Familiennamens und des Hinweises auf den Webereiberuf vor allem die einzelnen Stationen der Ortsveränderung, des Domizilwechsels der Vorfahren durch Sinnbilder aus den Wappen der betreffenden Orte herauszustellen, ausgehend von der Ursprungsheimat Kleinsorheim (zwei Generationen) über Ebermergen (drei Generationen) nach Hohenaltheim (vier Generationen).
Dem Wappen der Gemeinde Kleinsorheim ist das silberne Andreaskreuz entnommen und ins Schildhaupt des Familienwappens eingeordnet. Die Lilien, zwar natürlich doch heraldisch stilisiert, und beblättert, entsprechen den zwei heraldischen Lilien im Wappen der Gemeinde Ebermergen. Und der als Helmzier fungierende blaue Löwe ist Bestandteil des Wappens der Gemeinde Hohenaltheim.
Anstelle des Schildchens, das der Löwe im Gemeindewappen mit den Pranken hält, erscheint hier im Familienwappen ein goldenes Weberschiffchen (mit abhängendem Faden) als Symbol für den Beruf des Webers.
Die Farben Blau und Silber (= Weiß) dominieren im Wappen der Familie Stippler. Auch im Wappen von Hohenaltheim ist dies der Fall. Ebenso findet sich dies im Wappen von Kleinsorheim, wo in der oberen Schildhälfte in Blau ein silbernes Andreaskreuz (= Schragen) steht.
Besonders die Farbe Gold fällt im Symbol für den Büttner (Böttcher) und im Sinnbild für den Weber auf. Dadurch wird eine Hervorhebung dieser Merkmale im Wappen erzielt.
Gesamt betrachtet ist das Wappen redend gestaltet. In ihm ist viel Familiengeschichte untergebracht. Eine gute Schildfüllung ist durch die Kombination Butte und Lilien erreicht worden. Die Butte spricht für den Büttner (Böttcher), nach dem von bekannten Namensforschern der Name Stippler als solcher gedeutet wird.
Der Herolds-Ausschuß der Deutschen Wappenrolle in Berlin hat die Eintragung und Registrierung des Wappens unter der Nr. 8706/87 vorgenommen und im Band 47 der Deutschen Wappenrolle (Neustadt an der Aisch 1987, S. 88) veröffentlicht. Die Beschreibung des Wappens lautet wie folgt:
In Blau ein goldener Zuber, aus dem fächerförmig drei behalmte silberne Gartenlilien wachsen, das Ganze überhöht von einem durchgehenden silbernen Stern. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein wachsender, rotgezungter blauer Löwe, zwischen den Vorderpranken ein goldenes Weberschiffchen phalweise haltend.
Das Familienwappen ist neu angenommen und gestiftet worden von Wolfgang Stippler, Diplom-Verwaltungsbetriebswirt in Nördlingen, für sich und alle übrigen Nachkommen im Mannesstamm seines Urgroßvaters Johann Matthäus Stippler (* Hohenaltheim 15.8.1841, + Hohenaltheim 9.4.1928), soweit und solange diese noch den Familiennamen des Wappenstifters führen.
